Die erste Strategie der EU zur Tiergesundheit für den Zeitraum 2007 bis 2013, die nach zwei Jahren Konsultation und Analyse nun veröffentlicht werden konnte,bezieht sich auf alle Tiere in der EU und erstreckt sich auch auf Fragen des Tierschutzes. Vorbeugung wird dabei großgeschrieben: Mit der richtigen Mischung aus Vorsorgemaßnahmen, regelmäßigen Kontrollen und Forschung sollen Probleme schon im Vorfeld vermieden werden.
Der jüngste Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Vereinigten Königreich vor einem Monat hat uns wieder deutlich vor Augen geführt, welche Folgen die Tiergesundheit auch für die Gesundheit des Menschen, die Lebensmittelsicherheit und den wirtschaftlichen Wohlstand hat, ganz zu schweigen von ethischen Gesichtspunkten. Zusammenfassend erklärte Gesundheitskommissar Markos Kyprianou, Sinn und Zweck der neuen Tiergesundheitspolitik sei es, der öffentlichen Gesundheit zu dienen und ein höchstmögliches Niveau im Bereich der Tiergesundheit und des Tierschutzes zu erreichen.
Im Rahmen der Strategie stehen jährlich durchschnittlich 400 Millionen Euro zum Schutz und zur Förderung folgender Bereiche zur Verfügung:
öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Tiergesundheit
wirtschaftliche Entwicklung in tierbezogenen Wirtschaftszweigen
nachhaltige Verfahren für Landwirtschaft und Tiergesundheit.
Auch bei der Einfuhr setzt die Strategie an –schwerfällige neue Einfuhrkontrollen soll es jedoch nicht geben. Vielmehr sollen die Kontrollen stärker auf Hochrisiko-Produkte abstellen und damit das Übel an der Wurzel bekämpfen. Dies will die EU unter anderem durch Partnerschaften mit ihren Handelspartnern erreichen. Dem illegalen Handel, der noch größere Gefahren sowohl für die Tiergesundheit als auch für die Gesundheit des Menschen birgt, soll ebenfalls Einhalt geboten werden.
Vorbeugung geht nicht ohne Forschung und Innovation. Das beste Beispiel dafür ist der vielversprechende neue Impfstoff gegen die Vogelgrippe, der im September von einer Gruppe von Wissenschaftlern entwickelt wurde. Dieses Projekt wurde über das EU-Forschungsprogramm kofinanziert. Um europäisches Know-how und Fachwissen zu bündeln und zu maximieren, sollen im Rahmen der neuen Strategie außerdem die Netze der nationalen Referenzlabors erweitert werden.
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